Jod – ein unterschätztes Spurenelement

Die meisten denken bei Jod am ehesten an die Schilddrüse und an jodiertes Speisesalz. Aber wussten Sie, dass die weibliche Brust mehr Jod speichern kann als die Schilddrüse? Alle Körperzellen benötigen Jod – ganz besonders aber Gehirn, Brust, Eierstöcke. Das uralte Heilmittel wird gerade wieder entdeckt und von Wissenschaftlern vollkommen neu bewertet.

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Der Körper braucht zwar nur relativ geringe Mengen davon, das Wenige kann er aber nicht selbst herstellen, sondern muss es über die Nahrung aufnehmen. (Zum Vergleich: Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge benötigt ein gesunder Erwachsener täglich 200 Mikrogramm Jod. Der Tagesbedarf an Vitamin C ist mit 110 Milligramm 550 Mal höher. Schwangere und Stillende sollen 230 bzw. 260 Mikrogramm zu sich nehmen.)

 

Jod befindet sich zum größten Teil in den Ozeanen, während die Böden vergleichsweise jodarm sind. Obst, Getreide und Gemüse enthalten deshalb nur geringe Jodmengen. Der Anteil in tierischen Lebensmitteln wie Eiern und Milch ist durch die Jodanreicherung von Tierfutter inzwischen höher als früher. Die absoluten Top-Lieferanten sind jedoch Meeresalgen und Seefische.

Eine Unterversorgung an Jod ist nicht selten. Jod wird von der Schilddrüse zur Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt. Ob wir uns fit fühlen, sportlich aktive Menschen und leistungsfähig sind, Babys gesund zur Welt kommen oder Schulkinder gut lernen können – alles hängt vom Jod ab.

Einen Jodmangel kann jeder haben. Untersuchungen belegen, dass die Menschen hierzulande bei normalen Essgewohnheiten durchschnittlich nur etwa zwei Drittel der empfohlenen Jodmenge aufnehmen. Auch wer seine Ernährung ausgesprochen frisch und vielseitig gestaltet, liegt bei der Jodzufuhr deutlich unter den Empfehlungen.

Unsere Lebensmittel enthalten von Natur aus zu wenig Jod. Denn Jod kommt in heimischen Böden und Gewässern nur in sehr geringen Mengen vor. Da es wasserlöslich ist, wird es mit Regenwasser oder über Flüsse aus Böden und Gesteinsschichten in Richtung Meer ausgewaschen.
Nutzpflanzen können ohne Jod wachsen und gedeihen, reichern sich aber selbst kaum mit Jod an. Gemüse und Obst decken daher nur etwa drei Prozent der Jodversorgung ab. Vor allem Vegetarier und Veganer müssen daher besonders auf ihre Jodversorgung achten.

Tiere sind, wie wir Menschen auch, auf Jod angewiesen. Daher wird das Tierfutter zugunsten der Tiergesundheit mit Jod angereichert.

Täglich Milch und Milchprodukte sowie gelegentlich Fleisch und Wurstwaren verbessern auf diese Weise die Jodbilanz. Aufgrund des Jodgehalts der Meere sind Seefische und andere Meerestiere oder -pflanzen wie Muscheln und Algen von Natur aus jodreich. Ein- bis zweimal wöchentlich sollte Seefisch auf dem Speiseplan stehen. Dennoch deckt eine abwechslungsreiche Ernährung ohne Jodsalz und damit hergestellte Produkte nur maximal die Hälfte der empfohlenen Tageszufuhr.
Ernährungswissenschaftler und Mediziner raten seit vielen Jahren, auch zu Hause nur Jodsalz zu verwenden – nach dem Motto: wenn Salz, dann Jodsalz.

Jod und die Schilddrüse

Heute weiß man, dass die Schilddrüse Jod für den Aufbau der Schilddrüsen­hormone Thyroxin (T4) und Trijod­thyronin (T3) benötigt. Diese steuern zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper und regulieren unter anderem die Herztätigkeit, die Körpertemperatur, den Kreislauf und das Nervensystem. Das Wachstum und die Gehirnentwicklung von Kindern werden entscheidend von ihnen beeinflusst.

Das häufigste und auffälligste Symptom eines Jodmangels ist der schon von den antiken Autoren beschriebene Kropf. Wenn der Schilddrüse Jod fehlt, produziert sie zu wenig Hormone und bildet dann immer mehr neue Zellen, um den Mangel auszugleichen. Die Folgen können Gewebeveränderungen (Knoten) und/oder Funktionsstörungen (Über- und Unterfunktion) sein, aus denen sich wiederum andere Erkrankungen entwickeln können.

Obwohl – oder gerade weil – viele Schilddrüsenerkrankungen durch einen Jodmangel verursacht sind, werden in der Regel statt des individuellen Jodspiegels gleich die Schild­drüsen­werte untersucht. Patienten erhalten meist eine Standard­dosis Jod und/oder ein Thyroxin-Präparat. Das synthetische L‑Thyroxin (Levothyroxin) zählt zu den meist verschriebenen Medikamenten weltweit. Einen Jodmangel kann Thyroxin allerdings nicht decken.

Jodgehalt wichtiger Lebensmittel
Lebensmittel Jodgehalt in μg/100g
Schellfisch 100-300
Hering, Thunfisch 100-250
Kabeljau, Scholle 50-200
Milch und Milchprodukte 10
Hühnerei 10

 
Quelle: Souci, Fachmann, Kraut 2011

 

Zufuhrempfehlung für Erwachsene
200 μg Jod am Tag
100 μg Jod:
Natürliche Lebensmittel (z.B. Seefisch, Milch, Ei)
100 μg Jod:
Jodsalz und damit hergestellte Lebensmittel = 5 g Salz

 

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